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RICHTFEST

Pressemitteilung 29.03.00
der Pressestelle Uni Heidelberg

Link zur Universität Heidelberg
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Prorektor Prof. Tröger: Bessere Möglichkeiten für exzellente medizinische Forschung an der Universität Heidelberg

Richtfest beim "Otto-Meyerhof-Zentrum für ambulante und klinische Forschung" des Universitätsklinikums – Prorektor Prof. Dr. Jochen Tröger weist auf bevorstehenden Bettenabbau hin – Dringend erforderlich: tagesklinische Patienten hervorragend medizinisch zu versorgen – Neues Zentrum mit neuem Konzept

Prof. Tröger beim Richtfest
Photo : Rothe

"Die Möglichkeiten für eine hervorragende medizinische Forschung an unserer Universität werden durch das neue Zentrum weiter verbessert", sagte der Prorektor für Medizin, Prof. Dr. Jochen Tröger, heute in seiner Begrüßung beim Richtfest des "Otto-Meyerhof-Zentrums für ambulante und klinische Forschung" in Heidelberg.

Otto-Meyerhof-Zentrum
Photo : Rothe

Das Otto-Meyerhof-Zentrum des Universitätsklinikums Heidelberg wird besonders der Forschung am ambulanten und am tagesklinischen Patienten dienen. In den nächsten Jahren werde – so Tröger – der Anteil tagesklinischer Patienten erheblich steigen. Beispielsweise sei in der Universitäts-Kinderklinik geplant, die Zahl der vollstationär belegbaren Betten von 189 auf 120 zu verringern und gleichzeitig 39 tagesklinische Betten zu eröffnen. Ähnliche Entwicklungen werden auch in den anderen Kliniken stattfinden.

Tröger: "Wir verlieren also in der näheren Zukunft zahlreiche bisher stationär versorgte Patienten." Es sei dringend erforderlich, diese Gruppe der tagesklinischen Patienten exzellent medizinisch zu versorgen und in Forschung und Lehre einzubeziehen. Diese neue Situation erfordere neue Konzepte.

Otto-Meyerhof-Zentrum ist wichtiges Bindeglied
"Das Otto-Meyerhof-Zentrum ist ein solches neues Konzept und es wird ein wichtiges Bindeglied zwischen der patientennahen klinisch-medizinischen Forschung, der Forschung am ambulanten und tagesklinischen Patienten und der Grundlagenforschung werden", so Tröger. Damit werden die Möglichkeiten für eine hervorragende medizinische Forschung an der Universität Heidelberg weiter verbessert und auch in Zukunft unter geänderten Bedingungen erhalten bleiben. "Der Wissenschaftsstandort Heidelberg wird eine weiteres Mal betont."

Tröger dankte in Namen der Ruprecht-Karls-Universität allen, "die bis zum heutigen Tag dieses Projekt ideell und finanziell gefördert und vorangetrieben haben", vor allem Landesregierung, Finanzministerium, Klinikumsvorstand, Fakultätsvorstand, Universitätsbauamt, Technikern und Handwerkern. "Ich wünsche und hoffe, dass wir uns termingerecht zur Einweihung des Otto-Meyerhof-Zentrums wiedersehen werden."

Lageplan
Lageplan im Neuenheimer Feld 350

Universität Heidelberg
Neubau Otto-Meyerhof-Zentrum
Im Neuenheimer Feld 350
Dokumentation der Planung

Otto-Meyerhof-Zentrum

Allgemeine Planungsgrundlagen
Das Universitätsklinikum Heidelberg schafft mit dem Neubau für das Otto-Meyerhof-Zentrum die baulichen Voraussetzungen, um für die klinische Forschung das Potential der ambulanten Patienten zu erschließen, d.h. die Forschung zielgerichtet mit Verfahren der ambulanten und tagesklinischen Maximalversorgung zu verknüpfen.
Das Otto-Meyerhof-Zentrum stellt ein Verfügungsgebäude dar, das klinischen Arbeitsgruppen, die sich aus Mitgliedern der Universität, aber auch Externen zusammensetzen können, auf Zeit zur Verfügung gestellt wird.
Es soll das Bindeglied zwischen der Grundlagenforschung im Theoretikum und den klinischen Einrichtungen des sog. Heidelberger Klinik-Rings, der in seiner Endausbaustufe aus der Kopfklinik, der Inneren Medizin, der Haut- und Frauenklinik, der Kinderklinik sowie der Chirurgischen Klinik bestehen wird, darstellen.

Folgende heute bereits erkennbare Forschungsfelder sollen bearbeitet werden:
Humangenetik, Genomforschung, genetische Epidemiologie, Zellgenetik, Transplantationsnachsorge, molekulare und klinische Neurobiologie, Schmerzforschung, Umwelttoxizität und molekulare und toxikologische Grundlagenforschung. Diese Forschungsfelder bedingen zum Teil hochtechnisierte Laboratorien und Sicherheitseinrichtungen.

Neben einem flächenmäßig kleinen Bereich für klinische Untersuchungen und Behandlungsräume mit Verwaltungs- und Nebenräumen werden im Gebäude Verfügungslabors mit den zugehörigen Nebenräumen, ein nuklearmedizinischer Sicherheitsbereich sowie ein GMP-Laborbereich (Guide to good manufacturing practice for medicinal products) untergebracht werden.

Da das Otto-Meyerhof-Zentrum logistisch und topografisch ein Bindeglied zwischen der Grundlagenforschung im Theoretikum und den klinischen Einrichtungen des Heidelberger Klinik-Rings darstellt, ist es auf dem Gelände nördlich des Theoretikums zwischen Südasien-Institut und der Kopfklinik im Neuenheimer Feld angesiedelt.

Erdgeschossgrundriss
Erdgeschossgrundriss

Projektbeschreibung
Der in Ost-West-Richtung ausgerichtete dreigeschossige Baukörper gliedert sich in drei Zonen:
Die Mittelzone beinhaltet die Hauptzugänge, die Pforte und die zentrale Vertikalerschließung mit offener Treppe, Aufzug, KFA-Stationen sowie Büros, Besprechungs- und Personalaufenthaltsräume.
Der westliche Teil beinhaltet im Erdgeschoss im Wesentlichen den Tagesklinikbereich, in den Obergeschossen hochinstallierte Labors mit Serviceräumen, WC und Umkleideräumen sowie ein notwendiges Treppenhaus.
Der östliche Teil beinhaltet in allen drei Geschossen hochinstallierte Labors mit Serviceräumen, WC und Umkleideräumen sowie ein weiteres notwendiges Treppenhaus.
Erschlossen wird das Gebäude für Patienten und Bedienstete von Süden. Die Ver- und Entsorgung erfolgt von Norden über den bestehenden Parkplatz.

Westansicht / Querschnitt
Westansicht / Querschnitt

Der westliche und östliche Gebäudeteil ist als Dreibund konzipiert, mit natürlich belichteten Außenzonen und einer Mittelzone mit Service- und Nebenräumen.
Die Nutzflächen sind über drei Geschosse verteilt. Ein zurückgesetztes Dachgeschoss beinhaltet die für die Technik vorbehaltene Dachzentrale. Das Untergeschoss wird durch die Haustechnik sowie das Dissertationslager genutzt.
Der zweigeschossige unterirdische Verbindungsgang zum Theoretikum dient der Versorgung mit zentralen Medien und nimmt die Trassen für die geplante Kleinförderanlage auf.

Südansicht
Südansicht

Bauprogramm

Gesamtnutzfläche 3384 m2
1. Kernzone  
– Proteinmarkierung/Nuklearmedizin mit
biochemischen Isotopenlabors, S2-Standard
148 m2
– L 1 Labors 148 m2
– L 2 Labors 188 m2
– GMP Labors 160 m2
– Ver- und Entsorgungsbereich mit KFA 64 m2
– Leitungs- und Diensträume mit Büros und
Konferenz-/Besprechungsräumen
192 m2
2. Klinischer Bereich  
– Anmeldung, Leitstellen,
Patientenwartezone, WC's
48 m2
– Untersuchungs- und Behandlungsräume
Tagesklinik (zwei Liegeräume und
Schwesternzimmer)
Büro, Nebenräume
224 m2
– Einrichtungen an den Eingängen,
Pforte, Info, Poststelle, Anlieferung
24 m2
3. Verfügungslabors  
– Allgemeiner Verfügungsbereich mit Labors
und Serviceräumen, wie
1480 m2
– Kühllabors
– Zentrifugenräume
– Kühlräume
– Lager
– Spül- und Ausgussräume
 
4. Sonstige Räume  
– Dissertationslager 352 m2
– Personalräume mit Büros, Personalaufenthalts-
räumen, Teeküchen, WC's und Umkleideräumen
308 m2
– Putzräume 48 m2

Flächen, Rauminhalt und Kosten  
Nutzfläche ca. 3 400 m2
Bruttorauminhalt ca. 35 000 m3
Gesamtbaukosten 29 000 000 DM
Erstausstattung 10 000 000 DM

Termine  
Genehmigung der
Haushaltsunterlage –Bau
31.7.1998
Baubeginn Mai 1999
Grundsteinlegung 8.9.1999
Baufertigstellung voraussichtlich Dez. 2000

Planungsbeteiligte  
Bauherr Land Baden-Württemberg
vertreten durch das
Universitätsbauamt Heidelberg
Nutzer Universitätsklinikum
Heidelberg
Vertreter des Nutzers Planungsgruppe Medizin
des Universitätsklinikums
Projektsteuerung Universitätsbauamt Heidelberg
Vorentwurf
(Hochbau)
Universitätsbauamt Heidelberg
Projektstudie (Technik) Scholze – Ingenieurgesellschaft
mbH Leinfelden-Echterdingen
Entwurf
(Hochbau)
ASPlan Ermel-Horinek-Weber
Kaiserslautern
Entwurf
(Haustechnik)
Planungsgemeinschaft
IB Sauer/Zimmermann +
Partner GmbH Heidelberg
Tragwerksplanung Brauch – Beratender Ingenieur
VBI für Bauwesen
Heidelberg
Baugrunduntersuchung Geyer-Hettler-Joswig
Karlsruhe
Vermessung Ing.-Büro Weese
Leimen
Planung betrieblich-
medizinisch-technische
Einrichtung
HERMED
Technische Beratungs-GmbH
Neumünster
Bauausführung durch
einen Generalunter-
nehmer
Wolff + Müller
Karlsruhe
Kunst am Bau Peter Zimmermann, Köln
  Universitätsbauamt Heidelberg
Stand 3/2000

Finanzstaatssekretär Wolfgang Rückert anlässlich des Richtfestes zum Neubau des Otto-Meyerhof-Zentrums für ambulante und klinische Forschung der Universität Heidelberg:
"Landesregierung setzt zukunftsorientierten Ausbau der Hochschullandschaft tatkräftig um" – "Universität Heidelberg erhält europaweit einzigartiges Forschungszentrum"

"Der Neubau des Otto-Meyerhof-Zentrums ist eindrucksvolles Beispiel dafür, wie mit innovativen Strategien der Forschungsstandort Baden-Württemberg weiter ausgebaut werden kann. Der zunehmende internationale Wettbewerb erfordert es, gezielt in Wissenschaft und Forschung zu investieren. Nur mit Innovation und Spitzenqualität kann es gelingen, im internationalen Vergleich die Nase vorn zu halten. Somit trägt der Neubau auch ganz wesentlich zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg bei."
Dies betonte Finanzstaatssekretär Wolfgang Rückert am Mittwoch (29. März 2000) anlässlich des Richtfestes zum Neubau des Otto-Meyerhof-Zentrums für ambulante und klinische Forschung der Universität Heidelberg.

Der Finanzstaatssekretär bezeichnete das neu entstehende Gebäude als "wichtiges Bindeglied" zwischen der Grundlagenforschung im Theoretikum und dem im Aufbau befindlichen Heidelberger Klinik-Ring. Er unterstrich, dass mit dem Otto-Meyerhof-Zentrum eine Konzeption verfolgt werde, die auf europäischer Ebene einmalig sei. Neu an der Konzeption des Zentrums ist die Verzahnung von Patientenbetreuung in der Ambulanz und der biomedizinischen Grundlagenforschung. Vergleichbare Ansätze gibt es bisher nur in den USA.

Der Neubau umfasst rund 3.400 Quadratmeter Nutzfläche. Er ist in drei Funktionsbereiche gegliedert: die Ambulanz mit Behandlungsräumen für die Patienten, die Laborflächen sowie die Kernzone mit einem Servicebereich, der für die Auswertung der Versuchsreihen zur Verfügung steht. Die Baukosten werden mit voraussichtlich knapp 29 Millionen Mark unter den veranschlagten Kosten liegen, hinzu kommen Kosten für die Erstausstattung in Höhe von weiteren 10 Millionen Mark. Die Arbeiten für den Neubau werden voraussichtlich Ende diesen Jahres abgeschlossen sein, so dass das Projekt Anfang 2001 übergeben werden kann.

"Der Neubau des Otto-Meyerhof-Zentrums belegt, dass die Landesregierung den zukunftsorientierten Ausbau der Hochschullandschaft tatkräftig umsetzt", so Rückert weiter. So seien in Heidelberg im letzten Jahr neben dem Otto-Meyerhof-Zentrum weitere wichtige Neubau- und Sanierungsprojekte mit einem Bauvolumen von rund 145 Millionen Mark begonnen worden. Beispielhaft führte der Staatssekretär den Neubau des multifunktionalen Forschungsgebäude der Universität Heidelberg im Klinikum Mannheim (rund 21 Millionen Mark), den ersten Bauabschnitt des Neubaus der Physikalischen Institute (rund 65 Millionen Mark) sowie die Sanierung des Gebäudes 345 im Theoretikum für die biomedizinische Forschung (rund 21 Millionen Mark) an. Darüber hinaus konnten 1999 Maßnahmen mit einem Volumen von über 140 Millionen Mark fertig gestellt werden. Hierbei nannte Rückert das neue Verfügungsgebäude (rund 47 Millionen Mark), die neuen Sporthallen für die Universität und Pädagogische Hochschule (rund 20 Millionen Mark) sowie den Umbau des Zentralen Tierlabors (rund 40 Millionen Mark).

"Baden-Württemberg setzt gezielt auf Wissenschaft und Forschung. Damit schafft die Landesregierung die Voraussetzungen dafür, dass das Land auch für die zukünftigen Herausforderungen bestens gewappnet ist", bekräftigte Finanzstaatssekretär Rückert.


Rede von Prof. Dr. Eike Martin anlässlich des Richtfestes des Otto-Meyerhof-Zentrums am 29.3.2000 in Heidelberg

Das Universitätsklinikum Heidelberg feiert gern Richtfeste. Sie demonstrieren Aufbruch zu neuen Ufern, Weiterentwicklung der Leistungsfähigkeit der Medizin in Heidelberg. Wir gehören zwar mit der Bioregio im Rhein-Neckar-Dreieck und der noch weiter gefassten Mediregio längst zu einem der am weitesten entwickelten Standorte der Biomedizin in Europa. Aber wir wollen uns weiter entwickeln. Und dazu braucht es einfach auch klinisch orientierte Forschungsflächen.

Mit dem Neubau für die Medizinische Klinik werden zusätzlich zum klinischen Bereich zwar weitere Flächen für die klinische Forschung zur Verfügung gestellt. Weltweit ist jedoch ein Übergang von der stationären zur zunehmend ambulanten Therapie zu beobachten. Diesem Wandel wird Rechnung getragen mit dem Neubau des Otto-Meyerhof-Zentrums, für das heute hier Richtfest gefeiert wird.

Mit dem Otto-Meyerhof-Zentrum will das Universitätsklinikum Heidelberg gezielt sein Potenzial an ambulanten Patienten in aussichtsreichen Feldern für die klinische Forschung erschließen, d.h. diese zielgerichtet mit Verfahren der ambulanten und tagesklinischen Maximalversorgung verknüpfen. Für diese Aufgabenstellung gilt es, neue Strukturen zu schaffen, die die Verzahnung der ambulanten Krankenversorgung mit der klinischen Forschung und der biomedizinischen Grundlagenforschung weiter ausbauen. In seiner inhaltlichen Ausrichtung und Aufgabenstellung soll sich das Otto-Meyerhof-Zentrum der Lösung von bisher kaum bzw. nur unzureichend behandelbaren Krankheitsformen widmen. Das Universitätsklinikum Heidelberg beabsichtigt damit keine Ausweitung der Krankenversorgung. Die Erweiterung wird qualitative Verbesserung für die von ihm versorgten Patienten bringen.

Das Otto-Meyerhof-Zentrum bietet hierfür neben einem Verfügungsbereich einen klinischen Bereich mit Ambulanzen und tagesklinischen Plätzen.

Der Neubau wird benannt nach Otto Meyerhof, Biochemiker, (*1884 in Hannover, +1951 in Philadelphia), Professor in Kiel, Berlin und Heidelberg. Nachdem ihm 1935 durch die Nationalsozialisten die Lehrbefugnis entzogen worden war, emigrierte er über Paris nach Philadelphia . Den Nobelpreis für Medizin erhielt er 1922 für die Entdeckung energetisch wichtiger Zyklen in biologischen Reaktionsketten. Die Heidelberger Medizin will ihn mit dieser Namensgebung ehren.

Ich danke den Männern vom Bau und wünsche ihnen weiterhin eine glückliche Hand, damit das Bauwerk auf lange Zeit das leisten kann, was wir von ihm erwarten.

Rückfragen bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
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